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    Lagerfahrzeug oder Bestellfahrzeug leasen: Ein detaillierter Vergleich

    Von LeasingHunter Redaktion, Redaktion8 Min. Lesezeit

    Das Wichtigste in Kürze

    Beim Leasing stehen Interessenten oft vor der Wahl zwischen sofort verfügbaren Lagerfahrzeugen und individuell konfigurierbaren Bestellfahrzeugen. Während Lagerfahrzeuge mit kurzen Lieferzeiten punkten, erfordern sie Kompromisse bei der Ausstattung. Bestellfahrzeuge bieten hingegen genau die gewünschten Merkmale und die neueste Technik. Da Leasingverträge meist über mehrere Jahre laufen, ist eine passgenaue Konfiguration oft die nachhaltigere Entscheidung, auch wenn diese eine gewisse Vorlaufzeit erfordert.

    Fakten auf einen Blick

    LagerfahrzeugSofort oder kurzfristig verfügbar, keine Konfigurationsänderungen möglich.
    BestellfahrzeugFrei nach Wunsch konfigurierbar, Produktion erfolgt erst nach Bestellung.
    Leasing LieferzeitBei Bestellfahrzeugen stark modellabhängig, erfordert vorausschauende Planung.
    WirtschaftlichkeitBestellfahrzeuge vermeiden Kosten für nicht benötigte Sonderausstattungen, die bei Lagerwagen oft inklusive sind.

    Beim Abschluss eines Leasingvertrages stehen Leasingnehmer grundsätzlich vor einer zentralen Entscheidung: Soll ein bereits produziertes und beim Händler stehendes Fahrzeug gewählt werden oder entscheidet man sich für einen individuell konfigurierten Neuwagen, der erst nach Vertragsabschluss im Werk des Herstellers produziert wird? Diese Wahl hat weitreichende Konsequenzen für den gesamten Ablauf, die Flexibilität, die technologische Aktualität und natürlich die Wartezeit bis zur Fahrzeugübergabe. Im folgenden Ratgeber werden die beiden Konzepte detailliert gegenübergestellt, um eine fundierte Entscheidungsgrundlage zu schaffen.

    Grundlegende Definition und Eigenschaften der Fahrzeugtypen

    Um die Vor- und Nachteile präzise abwägen zu können, bedarf es zunächst einer klaren Abgrenzung der Begrifflichkeiten.

    Ein Lagerfahrzeug ist ein Automobil, das bereits vom Hersteller produziert wurde und entweder im Zentrallager des Importeurs, im Zwischenlager oder direkt auf dem Hof eines Händlers steht. Die Spezifikationen des Fahrzeugs – von der Lackierung über die Motorisierung bis hin zu jedem einzelnen Ausstattungsdetail – sind unveränderlich festgelegt. Händler bestellen diese Fahrzeuge häufig auf Basis von Prognosen und Erfahrungswerten, um gängige Konfigurationen schnell an Endkunden ausliefern zu können. Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass bei der Auswahl eines Lagerfahrzeugs der Kunde aus einem bestehenden, begrenzten Pool wählen muss.

    Ein Bestellfahrzeug hingegen existiert zum Zeitpunkt der Unterschrift unter dem Leasingvertrag noch nicht physisch. Der Leasingnehmer konfiguriert das Fahrzeug nach seinen exakten Vorgaben. Er wählt das Modell, die Motorisierung, die Außenfarbe, die Felgen, die Innenraummaterialien und sämtliche Sonderausstattungen aus der aktuellen Preisliste des Herstellers. Erst nachdem der Leasingvertrag genehmigt und die Bestellung beim Hersteller platziert wurde, wird das Fahrzeug in die Produktionsplanung aufgenommen. Dies ist der klassische Weg beim Neuwagenkauf und auch beim Neuwagenleasing.

    Lagerfahrzeug Leasing: Vorteile und Einschränkungen

    Das Lagerfahrzeug Leasing wird häufig dann in Betracht gezogen, wenn ein dringender Mobilitätsbedarf besteht. Der offensichtlichste und größte Vorteil dieser Variante ist die sofortige oder zumindest sehr kurzfristige Verfügbarkeit.

    Die Leasing Lieferzeit als zentrales Argument

    Während die Produktion eines Neuwagens mehrere Monate in Anspruch nehmen kann, ist ein Lagerfahrzeug oft innerhalb von zwei bis vier Wochen nach Vertragsabschluss abholbereit. Die Zeit wird lediglich für die Bonitätsprüfung, die vertragliche Abwicklung, die Fahrzeugaufbereitung und die Zulassung benötigt. Wenn das bisherige Leasingfahrzeug unverhofft zurückgegeben werden muss, ein Totalschaden an einem bestehenden Fahrzeug vorliegt oder neue Mitarbeiter im Unternehmen schnell mobil gemacht werden müssen, spielt die kurze Leasing Lieferzeit eine entscheidende Rolle.

    Kompromissbereitschaft als Voraussetzung

    Der entscheidende Nachteil beim Leasing eines Lagerfahrzeugs ist der Zwang zum Kompromiss. Da das Fahrzeug bereits produziert ist, müssen Käufer exakt die Konfiguration akzeptieren, die vorhanden ist. Selten entspricht ein Lagerfahrzeug exakt den eigenen Wunschvorstellungen. Möglicherweise fehlt das gewünschte Panorama-Glasdach, oder die Lackierung entspricht nicht der Unternehmens-CI. Oftmals sind Lagerfahrzeuge auch mit Ausstattungsmerkmalen versehen, die der Kunde eigentlich nicht benötigt, die aber den Bruttolistenpreis und somit die Leasingrate in die Höhe treiben.

    Zudem besteht das Risiko, dass Lagerfahrzeuge nicht mehr dem allerneuesten Produktionsstand entsprechen. Wenn ein Hersteller beispielsweise eine kleine Modellpflege (Facelift) durchführt oder neue, effizientere Motorengenerationen einführt, können Lagerfahrzeuge noch der älteren Baureihe angehören. Dies kann sich auf Verbrauchswerte, Assistenzsysteme oder das Infotainment-System auswirken.

    Bestellfahrzeug Leasing: Maximale Individualisierung und Passgenauigkeit

    Im Gegensatz zum Lagerfahrzeug bietet das Bestellfahrzeug Leasing die Möglichkeit, ein Automobil exakt auf das Anforderungsprofil und den persönlichen Geschmack oder die betrieblichen Vorgaben abzustimmen.

    Der Wert der freien Konfiguration

    Die Möglichkeit der freien Konfiguration ist der Hauptgrund, warum sich viele Leasingnehmer für ein Bestellfahrzeug entscheiden. Dies beginnt bei der Wahl der passenden Motorisierung. Wer viel auf der Langstrecke unterwegs ist, wählt einen effizienten Diesel oder ein reichweitenstarkes Elektroauto. Wer das Fahrzeug primär im Stadtverkehr nutzt, entscheidet sich vielleicht für einen kleinen Benzinmotor oder einen Plug-in-Hybriden.

    Auch im Innenraum lässt sich jedes Detail bestimmen. Sitzkomfort, Assistenzsysteme, Soundanlagen und Navigationsgeräte werden genau so gewählt, wie sie benötigt werden. Man zahlt somit nur für die Ausstattungsmerkmale, die auch tatsächlich einen Nutzen bringen. Gerade bei einer Leasingdauer von typischerweise 24, 36 oder 48 Monaten verbringt der Fahrer sehr viel Zeit im Fahrzeug. Ein Kompromiss bei der Ausstattung kann über einen Zeitraum von drei oder vier Jahren schnell zu Frustration führen.

    Technologische Aktualität und Emissionsstandards

    Ein weiterer wichtiger Aspekt beim Bestellfahrzeug Leasing ist die Garantie, ein Fahrzeug nach dem neuesten Stand der Technik zu erhalten. Dies betrifft nicht nur Komfortmerkmale, sondern auch Abgasnormen und Sicherheitssysteme. Besonders bei gewerblichen Flotten ist die Einhaltung aktueller Emissionsstandards wichtig für die Erreichung von unternehmensinternen Nachhaltigkeitszielen und kann auch steuerliche Auswirkungen bei der Dienstwagenbesteuerung haben. Neu produzierte Fahrzeuge erfüllen die neuesten gesetzlichen Vorgaben, was bei älteren Lagerfahrzeugen nicht zwingend der Fall ist.

    Die Herausforderung der Lieferzeit

    Der wesentliche Nachteil eines Bestellfahrzeugs ist die Wartezeit. Die Leasing Lieferzeit für frei konfigurierte Neuwagen variiert stark nach Hersteller, Modell, Motorisierung und globaler Verfügbarkeit von Bauteilen. Sie kann von wenigen Monaten bis hin zu über einem Jahr reichen. Leasingnehmer müssen daher vorausschauend planen. Wer weiß, dass der aktuelle Leasingvertrag in neun Monaten ausläuft, sollte sich idealerweise bereits dann um ein neues Bestellfahrzeug kümmern.

    Sollte es bei einem Bestellfahrzeug zu Lieferverzögerungen kommen, greifen die gesetzlichen Regelungen zum Lieferverzug. Nach Ablauf eines unverbindlichen Liefertermins kann der Käufer den Händler in Verzug setzen, wofür § 286 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) die rechtliche Grundlage bildet. Eine genaue rechtliche Prüfung im Einzelfall ist hierbei stets anzuraten.

    Wirtschaftliche Aspekte: Kostenstrukturen im Vergleich

    Ein weit verbreiteter Irrtum ist die Annahme, dass Lagerfahrzeuge grundsätzlich immer günstiger im Leasing sind als frei konfigurierbare Bestellfahrzeuge. Die Preisgestaltung im Leasing ist komplex und hängt von zahlreichen Faktoren ab.

    Rabatte und Subventionen

    Es ist richtig, dass Händler gelegentlich Lagerfahrzeuge mit hohen Rabatten in den Markt drücken, wenn diese zu lange auf dem Hof stehen und Kapital binden (Standuhren). In solchen Fällen können die Leasingfaktoren für ein Lagerfahrzeug sehr attraktiv sein.

    Gleichzeitig gibt es jedoch regelmäßig massive Subventionen der Hersteller für Bestellfahrzeuge. Um die Auslastung der Produktionswerke zu sichern, werden oft spezielle Leasingkonditionen für bestimmte Modelle ausgerufen, die frei konfiguriert werden können. In diesen Szenarien ist das Bestellfahrzeug Leasing finanziell oft attraktiver als das Leasing eines Lagerfahrzeugs, zumal man beim Bestellfahrzeug unnötige, teure Sonderausstattungen weglassen kann.

    Gewerbliches vs. Privates Leasing

    Bei der Kostenkalkulation muss strikt zwischen privatem und gewerblichem Leasing unterschieden werden. Beim Gewerbeleasing werden alle Beträge netto ausgewiesen, da die Umsatzsteuer als Vorsteuer geltend gemacht werden kann. Beim Privatleasing sind alle Beträge brutto inklusive der geltenden Umsatzsteuer zu verstehen.

    Für Unternehmen ist die genaue Konfigurierbarkeit oft auch aus Kostengründen essenziell. Flottenrichtlinien geben häufig maximale CO2-Werte, konkrete Bruttolistenpreise (wegen der 1-Prozent-Regelung bei der Versteuerung des geldwerten Vorteils) oder zwingend erforderliche Sicherheitsausstattungen vor. Ein Lagerfahrzeug erfüllt diese strengen Raster der Car-Policies oft nicht punktgenau.

    Warum eine freie Konfiguration oft die bessere Wahl ist

    Wenn man die Vor- und Nachteile abwägt, wird deutlich, warum ein Modell, das sich rein auf frei konfigurierbare Neuwagen fokussiert, für die meisten Kunden den nachhaltigsten Weg darstellt.

    Ein Leasingvertrag ist eine mittelfristige Bindung. Wenn Sie sich für 36 oder 48 Monate an ein Fahrzeug binden, sollte dieses Fahrzeug keine Notlösung sein. Ein fehlendes Ausstattungsmerkmal – wie beispielsweise eine nicht vorhandene Sitzheizung im Winter oder ein unzureichendes Navigationssystem – kann den täglichen Fahrkomfort über Jahre hinweg mindern. Der kurzfristige Zeitgewinn bei der Auslieferung eines Lagerfahrzeugs steht oft in keinem guten Verhältnis zu der langfristigen Nutzungseinschränkung durch eine suboptimale Ausstattung.

    Aus diesem Grund fokussiert sich der Service auf die Vermittlung von passgenauen Bestellfahrzeugen. Über Ihre Anfrage für ein frei konfigurierbares Bestellfahrzeug erhalten Sie Angebote von diversen Händlern, die exakt Ihre Wunschkonfiguration kalkulieren. Es gibt keinen Druck, ein bereits bestehendes, vielleicht unpassendes Lagerfahrzeug abnehmen zu müssen. Stattdessen entsteht Transparenz über den tatsächlichen Marktpreis Ihres Wunschautos.

    Durch den Vergleich verschiedener Händlerangebote für exakt dieselbe Fahrzeugkonfiguration wird der wahre Preiswettbewerb ersichtlich. Da die Händler um Ihre konkrete Anfrage konkurrieren, werden oftmals Nachlässe gewährt, die den Preis für das passgenaue Bestellfahrzeug auf das Niveau von rabattierten Lagerfahrzeugen drücken – ohne dass Sie Kompromisse bei Farbe oder Ausstattung eingehen müssen.

    Leasing Lieferzeit: Planung und Überbrückung

    Wenn die Entscheidung für das maßgeschneiderte Bestellfahrzeug gefallen ist, muss lediglich die Leasing Lieferzeit gemanagt werden.

    Frühzeitige Bestellung

    Der wichtigste Rat ist die vorausschauende Planung. Beobachten Sie die Lieferzeiten für Ihr präferiertes Modell rechtzeitig. Händler können im System des Herstellers in der Regel sehr genaue Prognosen zur aktuellen Produktionsdauer abrufen. Eine Bestellung sechs bis neun Monate vor dem gewünschten Liefertermin ist bei vielen Volumenmodellen ratsam.

    Überbrückungsmöglichkeiten

    Sollte es dennoch zu einer Lücke zwischen dem Bedarf und der tatsächlichen Auslieferung des Bestellfahrzeugs kommen, gibt es flexible Überbrückungslösungen. Viele Händler bieten die Möglichkeit, das auslaufende Leasingfahrzeug zu den bisherigen Konditionen für einige Monate weiterzufahren (sogenannte stillschweigende Verlängerung oder formelle Vertragsverlängerung).

    Alternativ können für die Zwischenzeit Modelle zur Langzeitmiete oder im Auto-Abo in Betracht gezogen werden. Auch wenn diese Lösungen temporär etwas teurer sein können, überwiegt langfristig der Vorteil, für die nächsten Jahre exakt das Fahrzeug zu fahren, das den eigenen Wünschen und Anforderungen entspricht.

    Zusammenfassendes Fazit zur Fahrzeugwahl

    Die Entscheidung zwischen Lagerfahrzeug Leasing und Bestellfahrzeug Leasing ist eine Abwägung zwischen Zeit und Individualität. Lagerfahrzeuge bedienen den sofortigen Mobilitätsbedarf, fordern jedoch Flexibilität bei den Produkteigenschaften und der Ausstattung. Bestellfahrzeuge erfordern Geduld und Planung bei der Leasing Lieferzeit, belohnen den Leasingnehmer jedoch mit einem technologisch aktuellen, exakt auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnittenen Fahrzeug.

    Da ein Auto über Jahre hinweg ein täglicher Begleiter ist, zahlt sich die Wartezeit auf eine freie Konfiguration in der Regel durch eine deutlich höhere Zufriedenheit während der gesamten Leasinglaufzeit aus. Wer die Bestellung rechtzeitig plant und Händlerangebote für seinen Wunsch-Neuwagen vergleicht, verbindet maximale Individualität mit wirtschaftlicher Effizienz.

    Häufige Fragen

    Was ist der Unterschied zwischen einem Lagerfahrzeug und einem Bestellfahrzeug?

    Ein Lagerfahrzeug ist bereits produziert und steht beim Händler oder im Zentrallager. Es ist kurzfristig verfügbar, aber die Ausstattung kann nicht mehr geändert werden. Ein Bestellfahrzeug wird erst nach Vertragsabschluss nach den genauen Wünschen des Kunden produziert.

    Wie lange ist die Lieferzeit bei einem Bestellfahrzeug im Leasing?

    Die Lieferzeit für Bestellfahrzeuge variiert je nach Hersteller und Modell stark. Sie kann von drei Monaten bis hin zu über einem Jahr betragen. Händler können bei der Anfrage in der Regel eine Prognose zur voraussichtlichen Produktionsdauer abgeben.

    Ist das Leasing eines Lagerfahrzeugs immer günstiger?

    Nicht zwingend. Zwar werden Lagerfahrzeuge manchmal rabattiert, um Platz zu schaffen, jedoch gibt es für frei konfigurierbare Bestellfahrzeuge oft gezielte Herstelleraktionen. Durch den Vergleich mehrerer Händlerangebote lassen sich auch bei Bestellfahrzeugen sehr gute Konditionen erzielen.

    Quellen

    1. Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) § 286 Verzug des Schuldners — Bundesministerium der Justiz
    2. Lieferverzug beim Neuwagen: Das sind Ihre Rechte — ADAC e.V.

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